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Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Moorenweis von 1873 bis heute:


Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Moorenweis von 1873 bis heute:

Die folgende Niederschrift wurde zum Teil aus der Chronik (1899) von Franz Seraph Wecker, Jaggesbauer von hier, aus der Gemeindechronik (1978) von Ludwig Hirschvogl, aus weiteren auffindbaren Aufzeichnungen und aus den Protokollbüchern der Feuerwehr entnommen.

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Moorenweis

Auf Anordnung der deutschen Regierung Berlin vom Jahre 1869 wurde auch in den Landdörfern eine neue Gemeindeordnung eingeführt. Diese Gemeindeordnung regelte auch das Feuerlöschwesen. In Gemeinden über 500 Seelen musste ein 1. Bürgermeister, ein 1. Beigeordneter, 8 Verwaltungsmitglieder und 4 Ersatzmänner auf Dauer von 6 Jahren gewählt werden. Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Moorenweis erfolgte auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Rasso Selder (zum Gartenmann), der wegen seines unparteiischen Charakters in der ganzen Umgebung geachtet und geschätzt war, am 20. Mai 1873 im Gasthaus Silbernagel. Es wurde auch gleich die erste Vorstandschaft gewählt wurde mit folgendem Ergebnis:

Kommandant:         Michael Müller, Schreinermeister

Adjudant:               Sebastian Dellinger, Kaufmann

Kassier:                 Gottfried Silbernagl, Wirtssohn

Zeugwart:              August Dirnhirn, Holzhändler

1. Zugführer:          Martin Fesenmeier, Gütler

2. Zugführer:          Jakob Spücker, Gütler

Spritzenmeister:      Martin Gröbmüller, Schmiedemeister

Für Hebung dieser sehr nützlichen Institution hat sich der Kaufmann Sebastian Dellinger, Adjudant und Sekretär der Feuerwehr sehr verdient gemacht. Im Jahre 1877 wurde er zum Inspektör sämtlicher bestehender Freiwilligen Feuerwehren im Bezirk Bruck gewählt und desgleichen auch Vertreter derselben beim Landesausschuß. Leider musste er aber diese Funktionen am 1. Oktober 1878 niederlegen, um seiner Militärpflicht als Einjährig-Freiwilliger beim Kgl. Bayr. Infanterie-Leibregiment genügen zu können. Durch seine Initiative erhielt die Wehr aus Distriktsfonds dreimal 86 Mark, in Summa 258 Mark; ebenso aus Kreisfonds 120 Mark, deren Summen der Wehr zugute kamen. Das Geld diente zur Beschaffung der notwendigen Armaturen wodurch die Gemeinde weniger belastet wurde.

Im Gründungsjahr 1873 zählte die Freiwillige Feuerwehr 52 aktive Mitglieder, welche vollständig mit Armatur ausgerüstet waren.

Wenn auch den damaligen Verhältnissen entsprechend die Löschgeräte äußerst bescheiden waren, so legte man aber großen Wert auf die Uniformierung; trugen doch die Dienstgrade bei festlichen Anlässen auf ihren Messinghelmen schmucken Haarbusch, in weiß für den Kommandanten, in rot oder schwarz für die übrigen Dienstgrade, deren Schmuck bei älteren Leuten bis heute noch in guter Erinnerung ist, da selbe erst bei der Gleichschaltung im Jahre 1933 in Wegfall kamen.

Da bis zur Gründung der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr die Feuerbekämpfung einer Pflichtfeuerwehr oblag, welche allen Männern vom 18. bis 50. Lebensjahr zur Pflicht gemacht wurde, unterstand doch selbe der polizeilichen Aufsicht, wobei der eine oder andere ohne triftigen Grund eine Übung schwänzte, mit einer Geldstrafe zu rechnen hatte. Jedoch bestand auch nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr, der nun die Hauptaufgabe der Brandbekämpfung oblag, auch die Pflichtfeuerwehr noch weiter für alle, die nicht Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr waren.

Die Wecker-Chronik berichtet, dass bereits um 1825 mit Kauf des Gemeindehauses (früherer Kloster-Zehentstadel) auf dem heutigen alten Schulhausgelände eine Remise für Feuerlösch-Requisiten vorhanden war, in welcher 2 Feuerspritzen, 6 Feuerleitern, 10 Haken, Wasserschläuche und Kübeln aufbewahrt wurden. Im Jahr 1860 ist eine neue Feuerspritze vom Hofspritzenfabrikant Kirchmair aus München für 900 fl. gekauft worden. Diese zweirädrige Spritze war auf Grund eines Konstruktionsfehlers schon bald nicht mehr gebrauchsfähig. Auf Beschluss der Gemeindeversammlung wurde am 9. Juni 1894 eine neue vierrädrige Saug- und Druckspritze von der renommierten Fabrik von Justus Christian Braun aus Nürnberg für 1250 Mark angekauft. Die Leistung dieser seinerzeit sehr modernen „ Löschmaschine “ betrug bei 55 Doppelhüben in der Minute 200 Liter Wasser mit einer Wurfweite von 26 Meter.

Bis nach dem ersten Weltkrieg

Bei der II. Quartalsauflage (Dienst-Versammlung) der Freiwilligen Feuerwehr am 1. Juli 1900 wurde beschlossen, eine Feuerwehrstandarte anzukaufen. Die Standarte lieferte die Kunststickerei Schreibmayr aus München zum Preis von 320 Mark. Die Weihe derselben erfolgte ein Jahr später, welche von Pfarrer Thaddäus Kinker vollzogen wurde und viele Wehren aus der Umgebung mit blitzenden Helmen teilnahmen. Als Patenverein stand die Freiwillige Feuerwehr Türkenfeld der Moorenweiser Wehr zur Seite. Fahnenbraut war die Gastwirtstochter Kreszenz Silbernagl, die nach wenigen Jahren in den Jaggesbauerhof einheiratete. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete ein einzigartiges Feuerwerk vom priveligierten Kunstfeuerwerksmeister Burg aus München zum Preis von 10 Mark.

Leider legte man in früherer Zeit in fast allen Vereinen wenig Wert auf Aufzeichnungen vom Vereinsgeschehen. So sind auch von der Feuerwehr Moorenweis bis zum Jahr 1900 keine Aufzeichnungen vorhanden. Nur im Gemeindearchiv sind Belege von der Wehr hinsichtlich Ankauf von Ausrüstungen zu finden.

In den Jahren bis zum 1. Weltkrieg entwickelte sich aber ein reges Vereinsleben. Aufzeichnungen von Quartalsversammlungen belegen das Vereinsgeschehen. Der aktive Feuerwehrdienst stand immer in straffer, disziplinierter Ordnung. Wer nicht hören wollte, wurde mit Bußgeld belegt.

Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges im Sommer 1914 begann eine schlechte Zeit. Viele Feuerwehrmänner wurden zu den Waffen gerufen und mussten in den Krieg ziehen. Die Daheimgebliebenen sorgten sich um die Kameraden in der Fremde. Sie schickten ihnen des Öfteren so genannte „Liebesgaben“ ins Feld. Viele Feuerwehrmänner sind auf den Kriegsfeldern gefallen und viele kamen als Versehrte in die Heimat zurück.

Zwischen den Weltkriegen

Über das Jahr 1922 berichtet das Protokollbuch, dass der Beitrag pro Quartalsauflage 1,50 Mark, der Sterbebeitrag 0,50 Mark und die Übungsbefreiung 15 Mark beträgt.

Im März 1923 beschloss die Ausschusssitzung im Gasthaus Daiser, dem Ernst der Zeit gemäß, von einer größeren Feier zum 50. Stiftungsfest Abstand zu nehmen.

Im September 1923 betrug der Halbjahresbeitrag der Geldentwertung entsprechend 200.000 Mark. Der Standartenträger erhielt für seine Dienste beim Jahresgedächtnis der Freiw. Feuerwehr Moorenweis eine Barauszahlung von 5.000.000 Mark. Der Kassenbestand von 9.000 Mark ist aufgelöst worden.

Nach dem Inflationsjahr 1923 betrug der Halbjahresbeitrag 1924 wieder 30 Pfennig. Die Entschlossenheit zum freiwilligen Dienst konnte nicht gebrochen werden.

Neben den dienstlichen Aufgaben beteiligte man sich wie zur Gründungszeit immer wieder an den kirchlichen Festen, wie Fronleichnam und an örtlichen und nachbarschaftlichen Vereinsfesten, wie Fahnenweihen und Jubelfesten.


Die freiwillige Feuerwehr Moorenweis war 1925 in zwei Zügen organisiert.

Der Feuerwehrkommandant übernahm ehrenamtlich die Führung der aktiven Feuerwehrmänner bei Übungen und die Einsatzleitung im Brandfalle.

Die zwei Züge teilten sich wie folgt auf.

1. Zug:                                               2. Zug:

Zugführer Schesser H.                          Zugführer Wagner L.

Steigergruppe 8 Mann                           Steigergruppe 8 Mann

1. Spritzengruppe 9 Mann                      1. Spritzengruppe 9 Mann

2. Spritzengruppe 9 Mann                      2. Spritzengruppe 9 Mann

Ordnungsmannschaft 12 Mann

Der Zeugwart (Gerätewart), der Hornist, der Sanitäter, die Spritzenmänner, die Steiger- und Ordnungsmänner sowie die Zugführer wurden vom Kommandanten bestimmt.

Die Aufgaben der Einzelnen:

1. Der Zeugwart hatte die Geräte und Schläuche in Ordnung zu halten.

2. Die Aufgabe des Hornisten war die des Alarmierens. Bei Übungen ging oder fuhr er durchs Dorf und forderte alle aktiven Wehrmänner mit besonderen Trompetensignalen zur Übung auf. Im Brandfalle blies er sofort nach Bekannt werden Feueralarm und musste mit dem Mesner mit allen Kirchenglocken feuerläuten.

3. Der Sanitäter war mit einem Verbandskasten ausgerüstet, an einer Rotkreuzbinde am Arm erkenntlich und musste bei Verletzungen und Unfällen Erste Hilfe leisten.

4. Die Männer am Strahlrohr nannten sich Steiger. Der Name daher, weil sie zur Brandbekämpfung eine lange Leiter mitführten. Sie waren zusammen mit den Ordnungsmännern auch für die Rettung von Menschen, Tieren und Eigentum aus gefährlichen Lagen zuständig. Steiger waren meist jüngere Männer.

5. Die Spritzenmänner waren für die Wasserförderung zuständig. Sie legten die Saug- und Druckschläuche aus und bedienten in schwerer Handarbeit die Feuerspritze. Der Spritzenzug war die stärkste Mannschaft, da die Männer an der handbedienten Feuerspritze öfters ausgewechselt werden mussten.

6. Die Ordnungsmannschaft, meist erfahrene Männer, waren für die Rettung von Menschen, Tieren und Sachwerten zuständig. Sie sorgten bei Übungen und auch im Brandfalle für Ordnung, damit die Steiger- und Spritzengruppen ungehindert arbeiten konnten. Die Abgrenzung des Brandplatzes und die Bewachung von Sachwerten war ihre Aufgabe.

Alle drei Gruppen hatten sich einen Führer und einen Rottenführer zu wählen.

Die Steiger- sowie die Spritzenmänner mussten viermal im Jahr wenigstens eine zweistündige Übung mit der Spritze und den sonst noch vorhandenen Löschrequisiten abhalten.

Im Jahr 1925 fand auch der Bezirks-Feuerwehrtag in Moorenweis statt. Als Brandobjekt war der Gasthof Braun bestimmt worden. Den mitwirkenden Feuerwehren Purk, Steinbach, Eismerszell und Moorenweis wurde für das mustergültige Zusammenwirken gedankt.

Nachdem die Versorgung mit elektrischem Strom zügig ausgebaut wurde hielt das Feuerwehrmitglied Schesser 1926 einen lehrreichen Vortrag über das Verhalten gegenüber elektrischen Leitungen bei Bränden.

Am 19. Dez. 1926 beschloss die Quartalsversammlung im Gasthaus Niedermeier folgendes.

Um im Brandfalle die rasche Wasserzufuhr zu fördern, erhält derjenige Fuhrmann, der das erste Fass Wasser an den Brandplatz bringt eine Belohnung von 3 Mark. Ebenso der 2. Fuhrmann (mit dem 2. Fass) eine Belohnung von zwei Mark.

Entnahmestelle für das Löschwasser aus der Maisach war an der Windacher Brücke. Transportmittel waren Jauchefässer, gezogen von Pferdegespannen.

Schon im Jahre 1927 hat die Gemeinde die öffentliche Wasserversorgung in Betrieb genommen. Damit hatte die Feuerwehr ausreichend Löschwasser aus Überflur-Hydranten für Löscharbeiten zur Verfügung. Seinerzeit erstellte man im Ortsbereich 27 Oberflurhydranten. Brände konnten so weitaus wirkungsvoller bekämpft werden. Aus der Chronik: „Es kam sogar vor, dass dann im Übereifer der Wasserschaden den Brandschaden übertraf“.

Im Jahr 1929 stand die Moorenweiser Wehr bei der Feuerwehr Grunertshofen zur dortigen Standartenweihe Pate.

Am 13. Juli 1930 war die Moorenweiser Wehr ebenfalls Patenverein bei der Standartenweihe in Steinbach.

1930 gab der Kommandant einen ausführlichen Vortrag über die deutsche Feuerschutzwoche, welche vom Deutschen Feuerwehrverband zur Verminderung der Brandfälle organisiert wurde. Dem Wunsche dieser Organisation entsprechend genügte die Freiwilligen Feuerwehr Moorenweis in folgendem: früh 6 Uhr Pflichtübung, nachmittags 2 Uhr Schauübung, dabei ausprobieren sämtlicher Hydranten, ferner verteilen von 100 Bücher an die Haushaltungen mit dem Betreff „Feuerschutz“.

Am 24. April 1933 konnte die Freiwillige Feuerwehr Moorenweis das 60. Stiftungsfest feiern. In der Denkschrift über den Verlauf dieses Festes wird folgendes berichtet.

Um 8.30 Uhr sammelten sich die Mitglieder in Paradeuniform fast vollständig vor dem Gasthaus Niedermayr zum Kirchgang. Mit einem feierlichen Requiem von Elt mit Blasorchester gedachte man der Gefallenen und den in der Heimat verstorbenen Mitglieder. Zum ehrenden Gedenken an die gefallenen Mitglieder stellte sich der stattliche Zug vor dem Kriegerdenkmal auf. Vor dem Gasthaus stellte man sich dann zu einer Lichtbildaufnahme auf und nach einem gemeinsamen Mittagessen in Gasthaus Niedermayr fand in dem reichlich geschmückten Lokal ein Festakt statt, zu dem die Kapelle Schuller aufspielte. Kommandant Sedlmayr begrüßte alle Mitglieder und Gäste, besonders aber das noch einzig lebende Gründungsmitglied August Dietrich, welches genau am Festtag vor 60 Jahren in die Freiw. Feuerwehr eintrat. Dem Ehrenkommandant Sixtus Reiser, Schneidermeister, wurde eine schön ausgestattete Ehrenurkunde überreicht. Kommandant Sedlmayr gab noch einen kurzen Überblick über die Entstehung der Feuerwehr und berichtete dass die Wehr seit ihrem Bestehen 67-mal zu örtlichen Brandstätten eilen musste, nicht inbegriffen sind die auswärtigen Einsätze. Das Jahr 1931 hob er besonders als Brandjahr hervor, wo im Gemeindebereich fünf Großbrände wüteten. Eine schön ausgestattete Vereinstafel mit den Namen der 242 Mitglieder übergab der Kommandant zur Erinnerung an das Stiftungsfest der Öffentlichkeit. Sie hängt heute am Eingang zum Schulungsraum. Bei Konzert und Geselligkeit wurde der denkwürdige Tag beschlossen.

Für das Jahr 1937 berichtet das Protokollbuch, wegen vieler Fälle von Selbstentzündungen von Heu und Grummet werden Gegenmaßnahmen bekannt gegeben.

1938 findet der Bezirksfeuerwehrtag wieder in Moorenweis statt. Kommandant Müller gibt verschiedene neue Richtlinien bekannt, darunter auch, dass alle Mitglieder bis zum 40. Jahr aktiven Dienst machen müssen. Mit dem 50. Lebensjahr erlischt die Übungspflicht.

Während dem 2. Weltkrieg

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde das Feuerwehrwesen und auch alle anderen Vereine Zug um Zug im Sinne der neuen Ideologie umgestaltet.

Vorstand Burkard Sedlmayr erklärte 1937 seinen Rücktritt, nachdem die Freiwilligen Feuerwehr in die nationale Kampffront eingereiht wurde.

Die letzten Schritte zu einer völligen Umgestaltung war das „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ vom 23. November 1938 und eine ganze Reihe von Durchführungsbestimmungen. Erklärtes Ziel des Gesetzes war „Schaffung einer straff organisierten, vom Führerprinzip geleiteten, reichseinheitlich gestalteten, von geschulten Kräften geführten Hilfspolizeitruppe (Feuerschutzpolizei) unter staatlicher Aufsicht.“

Die Übungs- und Einsatzordnung der Steiger-, Spritzen- und Ordnungszüge wurde abgeschafft; eingeführt wurde dafür die Löschgruppe.

Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges im September 1939 begann die unheilvollste Zeit der Vereinsgeschichte. Viele Feuerwehrmänner wurden zum Militär einberufen und mussten in den Krieg. Die Lücken in den Reihen der Feuerwehr füllten sich durch ältere Mitglieder und Jugendliche. Im Frühjahr 1943 gab es einen Erlass des Reichsinnenministeriums, dass in Gemeinden unter 1000 Einwohner Frauen und Mädchen zum Löschdienst herangezogen werden. Alsbald wurden die Feuerwehrhelferinnen an den Löschgeräten ausgebildet.

1944 erhielt die Feuerwehr eine Robel - Motorspritze und einen TS-Anhänger.

In den letzten Kriegsjahren wurde die Freiwillige Feuerwehr Moorenweis, wie viele andere Landkreiswehren auch, nach Luftangriffen der Engländer und Amerikaner auf die Landeshauptstadt München zu Löscharbeiten in der Stadt gerufen. Diese Einsätze, wegen Spätzünderbomben sehr gefährlich, dauerten oft mehrere Tage.

Viele Männer aus Moorenweis sind im Krieg gefallen, vermisst, verhungert, kamen in langjährige Kriegsgefangenschaft, oder sind als Verwundete und gebrochene Menschen in die Heimat zurückgekehrt.

Die Kriegsjahre und die Jahre danach brachten große Not über das Land. Aus den deutschen Ostländern fanden nach dem Krieg viele Heimatvertriebene auch in der Gemeinde Moorenweis eine neue Heimat.

Eine freie und geregelte Vereinstätigkeit war während des Krieges und auch noch unter der amerikanischen Besatzung unterbunden.

Neubeginn nach dem Krieg

Dem Landrat in Fürstenfeldbruck meldete nach dem Krieg am 31. Juli 1945 der Moorenweiser Kommandant Johann Steinbrecher folgende Bestandsaufnahme.

1. Aktive Mannschaftsstärke 75 Mann

2. Unausgebildete Mannschaftsstärke 15 “

3. Noch in Gefangenschaft 25 “

4. Feuerwehr-Helferinnen 35 Frauen

Schlauchmeldung:

1. 40 Meter B - Schläuche leihweise von der Wehr Fürstenfeldbruck

2. 320 Meter C - Schläuche

Der Benzinvorrat musste 40 ltr. sein; für Übungen 10 ltr. und 1 ltr. Öl.

Nach Kriegsende wurde jegliches Vereinsleben verboten.

Der amerikanischen Militärregierung und den untergeordneten deutschen Stellen lag es sehr daran, möglichst schnell das Löschwesen neu aufzubauen. Im Mai 1946 erließ die Militärregierung das „Gesetz über das Feuerlöschwesen“, das den Weg frei machte zur altbewährten Form der Feuerwehr, wie sie vor der Zeit des Nationalsozialismus bestanden hatte. Der Feuerschutz wurde wieder als Sache der einzelnen Gemeinden erklärt, die Bildung von Freiwilligen Feuerwehren in Form von Vereinen als der richtige Weg angesehen, die Wahl der Kommandanten und die Besetzung der anderen Ämter der freien Entscheidung den Mitglieder überlassen. Dieses Gesetz galt bis 1981, und auch das heute gültige Feuerwehrgesetz baut im Wesentlichen auf ihm auf.

Bürgermeister Sedlmayr suchte bei der zuständigen Militärregierung nach, zum Schutz von Hab und Gut auch in Moorenweis wieder eine örtliche Feuerwehr gründen zu dürfen, was ihm von dieser Stelle aus auch genehmigt wurde. 1948 berief der frühere Vorstand und Bürgermeister Burkard Sedlmayr eine Versammlung ein, bei welcher der Feuerwehrverein wieder gegründet wurde, allerdings mit der Auflage, dass keine militärische Organisation (exerzieren, militärische Kommandos und dgl.) in Anwendung gebracht werden dürfe.

In der Kasse verblieben nach der Währungsreform 1948 allerdings von 307,42 Reichsmark nur noch 30,70 DM.

In den ersten Jahren nach dem Krieg, so berichtet das Protokoll, hatten die Kommandanten allerdings einen schweren Stand, wegen „jeden Mangel an Unterordnung der jungen Leute“. In den folgenden Jahren ist das Feuerwehrwesen straffer organisiert worden, der Kommandant konnte sich leichter durchsetzen und es begann wieder ein geregelter Vereinsbetrieb. Die Teilnahme der Feuerwehr an öffentlichen Veranstaltungen entwickelte sich rege.

Es fanden regelmäßig jedes Jahr drei Frühjahrs- und drei Herbstübungen statt. Eine Übung wurde als Alarmübung angesetzt. Die Feuerwehr musste immer wieder zu Bränden im Ort und in der näheren Umgebung ausrücken.

Besonders erwähnt sei der Großbrand im Wildmoos zwischen Moorenweis und Jesenwang, der am 17. Juni 1950 wegen sehr langer Trockenheit und größter Hitze ausbrach. 20 Feuerwehren aus dem westlichen Landkreis und sogar aus Landsberg und Penzing bemühten sich 8 Tage lang den Moorbrand zu löschen. Unterirdische Glimmbrände erschwerten immer wieder eine erfolgreiche Brandbekämpfung. Die sehr schwierige Wasserversorgung erforderte eine 4 km lange Schlauchleitung von der Maisach ins Moos. Die Wasserentnahmestelle war an der Albertshofer Brücke. Die Feuerwehrspritzen verbrauchten über 2000 ltr. Benzin. 350 Feuerwehrleute und Zivilisten waren zur Brandbekämpfung eingesetzt. Dieser Brandeinsatz war eine Herausforderung für die damalige Technik und für die Mannschaften.

Anfang der 50- ziger Jahre erhielt die Feuerwehr neues Schlauchmaterial.

Im Jahr 1956 beschaffte die Gemeinde eine neue Tragkraftspritze TS 8/8 (Förderleistung: 800 ltr. Wasser / min. bei 8 bar Druck) der Firma Metz zum Preis von 3750 DM. Diese TS 8/8 war eine erfreuliche Ausstattungsverbesserung.

Auf unerklärliche Weise verschwanden aber die beiden handbetriebenen Saug- und Druckspritzen aus dem Feuerwehrhaus an der Fürstenfeldbrucker Straße. Eine Eintragung im Inventarbuch berichtet, dass die vierrädrige Saug- und Druckspritze einem Schrotthändler überlassen wurde.

Zu den Übungen im Ort beförderten kräftige Feuerwehrmänner des Öfteren den Tragkraftspritzenanhänger von Hand. Zu den Einsätzen und auswärtigen Übungen fuhr man den Feuerlöschanhänger mit einem Traktor. Die verschmutzten Schläuche reinigte man von Hand im Freien auf der grünen Wiese oder auf der schon geteerten Straße vor dem Kriegerdenkmal. Zum Trocknen zog man die nassen Schläuche mit einer Handkurbel im Freien hinter dem Feuerwehrhaus an stehenden hölzernen Trockenmasten in die Höhe.

Die Einsätze der Moorenweiser Wehr waren immer wieder sehr vielseitig, so das Entfernen von entwurzelten Bäumen, Hilfe bei Wasserproblemen, Zimmerbrände, Brände durch Blitzschlag, Heuselbstentzündungen, Wald- und Moorbrände, Kurzschlüsse oder auch Brandstiftungen und andere Hilfeleistungen.

Zwischen den Jahren 1950 und 1970 vermerkt der Schriftführer im Protokoll des Öfteren, dass der Übungsbesuch sehr mangelhaft war.

1964 renovierte man das ehemalige Feuerwehrgerätehaus an der Fürstenfeldbrucker Straße und 1967 stellte man einen neuen Schlauchmasten auf.

1968 wurde der Jahresbeitrag für Aktive von 1.- DM auf 2.- DM erhöht, Passive zahlten jetzt 4.- DM. In diesem Jahr legten auch erstmals zwei Löschgruppen das Leistungsabzeichen Stufe 1 ab.

Das 100 - jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe

1973 konnte die Freiwillige Feuerwehr Moorenweis das 100 - jährige Gründungsfest feiern. Zu diesem Jubiläum kaufte der Verein eine neue Vereinsfahne. Am 14. Juli begannen die Feierlichkeiten im schön geschmückten Braun-Saal mit einem Festabend. Kommandant Kurt Steglich begrüßte als Gäste den Schirmherrn, Landrat Gottfried Grimm, den Kreisbrandrat Martin Spannagl, Bürgermeister und Vorstand der Feuerwehr Moorenweis Max Metzger, den Patenverein Hausen b. Geltendorf mit Kreisbrandmeister Josef Rieger. Unter anderem zeichnete Kreisbrandrat Martin Spannagl Bürgermeister Max Metzger mit der goldenen Zivilehrennadel aus. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Festkapelle Schmiechen und die Liedertafel Moorenweis. Im geselligen Zusammensein fand der Abend seinen Ausklang. Der Festsonntag wurde um 6 Uhr mit einem Weckruf eröffnet. Anschließend wurde die Gastvereine in die beiden Gasthäuser Schamberger und Braun hereingespielt. Zum Fest kamen 56 Vereine einschließlich der Ortsvereine. Um 9.30 Uhr marschierten alle Vereine mit der Blaskapelle Schmiechen zur Pfarrkirche St. Sixtus. Am Schluss des Kirchenzuges gingen die Fahnenmutter Anna Metzger, die Fahnenbraut Helga Süßmeier, und die Festdamen Irmgard Feuchter, Roswitha Apfel, Christine Huber, Edeltraud Metzger, Annemarie Spöttl und Gertrud Drexl mit der neuen Fahne und den Fahnenbändern. Pfarrer Philipp Maier segnete die neue Fahne während des feierlichen Festgottesdienstes und würdigte in der Festpredigt den ehrenamtlichen Dienst aller Feuerwehrmänner. Die Festdamen brachten nach kurzen Prologen die Fahnenbänder an die neue Fahne. Nach dem Festgottesdienst marschierte der ganze Zug, voraus Dietrich Paul mit der neuen Fahne zum Kriegerdenkmal. Dort wurde in ehrwürdiger Weise das Totengedenken gehalten und ein Kranz zur Ehre der Verstorbenen niedergelegt. Anschließend verteilten sich die Vereine in den beiden Gastwirtschaften Schamberger und Braun um das Mittagessen einzunehmen. Gegen 14 Uhr stellten sich alle Vereine zum großen Festumzug auf. Gut gelaunt zog man bei strahlendem Sonnenschein und mit viel Musik durchs geschmückte Moorenweis. Danach traf man sich noch einmal in beiden Gaststätten um die Erinnerungsbänder in Empfang zu nehmen. Das Fest nahm jäh sein Ende als gegen 17 Uhr ein schweres Gewitter aufzog und die Gastvereine Hals über Kopf nach Hause fuhren.

1974 führte die Gemeinde eine Feuerschutzabgabe von 15.- DM für jeden männlichen Bürger von 18. bis 60. Lebensjahr ein. Diese Abgabe wurde zweckgebunden für den Feuerschutz verwendet.

Die Leistungsfähigkeit der Wehr verbesserte sich schlagartig als 1975 die Gemeinde ein neues Löschfahrzeug LF 8 beschaffte. Die offízielle Übergabe durch Bürgermeister Max Metzger mit kirchlicher Segnung von Pfarrer Maier fand am Samstag dem 31. Mai 1975 im Hof der Gastwirtschaft Braun statt. Mit einer Schauübung demonstrierte die Wehr die Leistungsfähigkeit mit dem neuen Fahrzeug vor großem Publikum. Weil das Feuerwehrhaus an der Brucker Straße zu klein war, stellte man das LF 8 im Stadel der Gastwirtschaft Braun unter.

In diesem Jahr zählte die Wehr 33 aktive Männer.

1976 gab es beim Brand im Sägewerk Frank in Albertshofen eine peinliche Panne. Bei der Alarmierung nachts funktionierte die Sirene im Ort nicht. Ein Trompetenspieler alarmierte nach alter Tradition bei starkem Nebel die Wehrmänner mit den altbekannten Feueralarm-Signalen.

Im Juli 1976 war die Moorenweiser Wehr Patenverein beim 50- jährigen Gründungsfest mit Fahnenweihe der Feuerwehr Eismerszell.

1977 erhielt die Wehr vier Atemschutzgeräte, die teils mit Spenden finanziert wurden. Konrad Heigl, Michael Metzger, Franz Greif und Karl Eisenmann besuchten dafür den ersten Ausbildungskurs an der neuen Feuerwehrschule Regensburg.

1978 schlossen sich die Gemeinden Eismerszell, Dünzelbach, Grunertshofen, Moorenweis, Purk mit Langwied und Steinbach zur Einheitsgemeinde Moorenweis zusammen. 140 aktive Feuerwehrmänner zählte man seinerzeit in der Gemeinde.

In diesen Jahren haben die Verantwortlichen der 6 Gemeindewehren mit der gemeinsamen Veranstaltung eines Faschingsballes das gesellschaftliche Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt und ausgebaut.

Bezug des neuen Feuerwehrgerätehauses

Ein großer Tag für die Moorenweiser Wehr war der Bezug des neuen Feuerwehrgerätehauses an der Ammerseestraße im Mai 1980. Das Gebäude, das auch den gemeindlichen Bauhof beherbergt, verfügt über zwei Fahrzeugstellplätze, einen Schulungsraum, eine Schlauchwaschanlage mit Schlauchturm und ausreichend Platz, um die immer größere Anzahl an technischen Geräten aufzubewahren. Den Endausbau des 400.000 DM teuren Gerätehauses fertigten die Aktiven in eigener Regie.

1980 erhielt die Wehr von der Feuerwehr Fürstenfeldbruck zum Kaufpreis von 5,00 DM einen 14 Jahre alten VW-Doka (Doppelkabinentransporter).

Im Jahr 1981 wählten die Feuerwehrmänner Konrad Heigl zum Kommandanten und Kurt Steglich zum 1. Vorsitzenden.

Ende des Jahres 1981 trat das bis heute gültige Bayerische Feuerwehrgesetz in Kraft.

Hervorzuheben ist im Jahr 1982 der Großbrand im Sägewerk Herold, der die Holzplattenfertigungshalle mit vielen Maschinen vernichtete. Die Wehr war durch die rasche Alarmierung schnell am Einsatzort. Über 100 Feuerwehrmänner aus Moorenweis, Eismerszell, Jesenwang, Fürstenfeldbruck und Mammendorf waren bei der Brandbekämpfung mit vielen Fahrzeugen tätig.

Im Jahr 1983 durfte die Moorenweis Wehr die Patenschaft beim 60- jährigen Gründungsfest mit Fahnensegnung in Steinbach übernehmen.

1984 berief die Kreisbrandinspektion Kommandant Konrad Heigl zum Kreisbrandmeister für den südwestlichen Teil des Landkreises.

Ein tragisches Unglück ereilte die Wehr am 25. Oktober 1986. Beim Brand des Schrall - Anwesen an der Ringstraße, nachts um 2.20 Uhr erlitt unser Feuerwehrkamerad Richard Popfinger beim Verlegen einer Löschwasserleitung einen Herzinfarkt, an dem er kurz darauf verstarb.

Im Jahr 1986 verunglückten auf der Staatsstraße 2054 und den Kreisstraßen im Gemeindebereich bei Verkehrsunfällen 7 Menschen tödlich. Diese Unfälle nahmen die Wehrmänner zum Anlass, beim Gemeinderat für Moorenweis ein Löschfahrzeug Typ LF 16 mit Ausrüstung zur technischen Hilfeleistung für die nächsten Jahre zu beantragen. Die offizielle Übergabe des LF 16 an die Feuerwehr war am Sonntag 6. Mai 1990 durch Bürgermeister Heinz Sasse, nach der kirchlichen Segnung von Pfarrer Philipp Maier. Am Nachmittag trat eine Löschgruppe zur Vorführung des Fahrzeuges und der Geräte an. Besonderes Interesse fanden bei den Zuschauern die Geräte zur technischen Hilfeleistung, insbesondere die hydraulisch betriebenen Rettungsspreizer und Rettungsschere.

Im Februar 1990 verstarb im Alter von 67 Jahren Vorstand Kurt Steglich. Kurt Steglich war 1. Kommandant von 1971 bis 1981. Von 1972 bis 1984 war er Kreisbrandmeister und Schiedsrichter bei Leistungsprüfungen und seit 1981 Vorstand der Moorenweiser Feuerwehr. Mit hohem persönlichen Einsatz und viel Idealismus baute er die Moorenweiser Feuerwehr zu einer Stützpunktfeuerwehr aus.

1991 erhielt der Verein eine neue Satzung. Nunmehr trägt der Verein den Namen „Freiwillige Feuerwehr Moorenweis e. V“. Zum 1. Vorsitzenden wählte die Versammlung Hans Drexl. Der Verein trat dem neugegründeten Kreisfeuerwehrverband Fürstenfeldbruck bei.

Am 6. Juni 1991 organisierten die Moorenweiser Ortsvereine ein Dorffest zu Gunsten der Innenrenovierung der stattlichen Pfarrkirche St. Sixtus. Im Juli 1991 war die Wehr Patenverein beim 100- jährigen Gründungsfest der Feuerwehr in Türkenfeld. Die Wehrmänner mit den Festdamen erlebten viele schöne Stunden bei den Kameraden in der Nachbarortschaft Türkenfeld.

Am 26. und 27. Juni 1993 feierte die Wehr in einem kleinen Rahmen das 120-jährige Gründungsfest mit einem Festabend und einem Festgottesdienst. Eine besondere Ehrung erhielten Moorenweiser Männer, die bereits 50 Jahre Mitglied im Feuerwehrverein sind.

Zu diesem Fest wurden unter der Regie von Martin Schuster die Fassaden und die Innenräume des Gerätehauses mit einem neuen Anstrich versehen. Mitarbeiter der Firma Leib montierten auf dem Dachfirst eine St. Florian - Wetterfahne.

Im Mai 1993 ehrte die Feuerwehr Max Metzger zum 80. Geburtstag. Max Metzger war Kommandant von 1956 -1966 und 10 Jahre Vorsitzender und ist seit 63 Jahren Vereinsmitglied. Die Feuerwehr ernannte ihn zum Ehrenmitglied.

1994 ließ der Verein die Standarte aus dem Jahr 1901 renovieren. Sie wird nun mit kirchlichem Segen wieder zu vielen Festen und Ereignissen neben der Vereinsfahne mitgetragen.

1995 ist die Feuerschutzabgabe auf Grund eines Urteils vom Europäischen Gerichtshof abgeschafft worden. Damit muss die Gemeinde auf Einnahmen verzichten, die bisher zweckgebunden für die Aufgaben der Feuerwehr Verwendung fanden.

Noch im Jahr 1995 entschloss sich die aktive Mannschaft den mittlerweile 30 Jahre alten VW-Bus zu ersetzen. Bereits ein Jahr später kaufte man einen neuen VW-Doka - Kleinalarmfahrzeug. Bis auf einen kleinen Restbetrag konnte die Gemeinde dieses Fahrzeug aus Spenden von Moorenweiser Bürgern und Firmen und der aktiven Mannschaft finanzieren. Den feuerwehrtechnischen Ausbau des Fahrzeugs erledigten Mitglieder der Wehr in eigener Regie. Am 4. Mai 1997 stellte die Feuerwehr dieses Einsatzfahrzeug nach kirchlichem Segen offiziell in Dienst.

Die große 125-Jahr Feier im Jahr 1998:

Das 125-jährige der Feuerwehr wurde im großen Rahmen gefeiert. Dazu wurde ein Festzelt an der Jahnstraße gegenüber dem Sportplatz errichtet. In der Woche vor dem Feuerwehrfest fanden bereits verschiedene Veranstaltungen von anderen örtlichen Vereinen und Veranstaltern statt. Am Freitag den 3. Juli 1998 begannen dann die Festlichkeiten der Feuerwehr mit einem Festabend. Vom Feuerwehrhaus zog man dazu am Kriegerdenkmal vorbei, wo den Verstorbenen und Vermissten Vereinskameraden gedacht wurde, ins Festzelt. Vorstand Hans Drexl konnte in seiner Eröffnung zahlreiche Ehrengäste begrüßen, unter ihnen auch Schirmherr, Ehrenmitglied, Altbürgermeister und Ehrenbürger Max Metzger. An diesem Abend wurden zahlreiche langjährige Mitglieder und Kameraden die sich besonders in der Feuerwehr engagiert und Verantwortung übernommen haben geehrt. Hervorzuheben ist hier die Ehrung von Kommandant Konrad Heigl, der seit seinem Amtsantritt im Jahre 1981 sich in unermüdlichem Einsatz für die Feuerwehr engagiert hat. Zur weiteren Unterhaltung spielte die Blaskapelle Moorenweis. Am Samstagnachmittag fand eine von Michael Heigl organisierte Fahrzeugschau mit Geräten der Feuerwehr und Polizei statt. Auch ein SAR-Rettungshubschrauber landete auf dem Sportplatz. Der Tanzabend am Abend fand wegen eines Fußballweltmeisterschaftsspiels von Deutschland leider nicht die gewünschte Resonanz. Der Sonntag begann um 6.00 Uhr mit einem Weckruf bei der Vorstandschaft und beim Schirmherrn. Ab 8 Uhr konnte man 73 Vereine aus der Umgebung Willkommen heißen. Zum Gottesdienst zog man vom Zelt an der Jahnstraße auf den freien Platz gegenüber dem Kindergarten. Pfarrer Philipp Maier gestaltete den Festgottesdienst mit der Schubertmesse, mit der Begleitung von der Blaskapelle würdevoll. Wegen wechselhaften Wetters war man unsicher, ob ein Festzug stattfinden sollte. Am Ende entschied man sich doch dafür, wobei dieser dann nur auf verhaltenes Zuschauerinteresse gestoßen ist. Am Abend fand dann noch ein Wettsägen mit den Ortsvereinen statt, wobei wiederum die Blaskapelle Moorenweis zur Unterhaltung spielte.

An Pfingsten 1999 hatte die Feuerwehr in einem großen Einsatz gegen Hochwasser zu kämpfen. Sowohl im Gemeindebereich als auch in Grafrath an der Amper galt es viele Einsätze zu bewältigen.

Auch in diesem Jahr fand der letzte Feuerwehrfaschingsball im Gasthaus Schamberger statt. Man konnte sich zwar später noch mal zu 3 kleineren Bällen in Steinbach und Dünzelbach zusammenraufen, die Zeiten der großen Feuerwehr-Faschingsbälle waren aber gezählt.

Im August 2000 wurden die heutigen Schutzanzüge angeschafft, sie brachten eine deutlich verbesserte Schutzwirkung gegen äußere Einflüsse und einen viel besseren Tragekomfort gegenüber der alten Schutzausrüstung.

Im Jahr 2003 fand ein kleines Floriansfest mit den Ortsvereinen im Hinterhof der Feuerwehr statt. Außerdem beteiligte man sich mit vielen Aktiven beim Dorffest zur 1250-Jahrfeier von Moorenweis.

2004 beendete 1. Kommandant Konrad Heigl nach 23 Jahren seinen Dienst als 1. Kommandant. Neu gewählt wurde Christoph Gasteiger, der dieses Amt bis heute ausführt. In diesem Zeitraum musste man zu mehreren größeren Bränden ausrücken, wobei unter anderem im Juli 2004 das Anwesen Menner in Dünzelbach brannte.

In teils nicht mehr genutzte Räume im Feuerwehrhaus wurde 2005 eine Küche und ein Stüberl eingebaut. Auch in diesem Jahr fand wieder ein Floriansfest mit Tag der offenen Tür, zu der die Bevölkerung eingeladen war statt.

Im Dezember 2006 wurde neben der Feuerwehrsirene ein weiteres Alarmierungssystem in Betrieb genommen. So erfolgt nun zeitgleich zur Sirene ein T-Mobile Alarmruf auf Telefon oder Handy der gemeldeten Aktiven Feuerwehrdienstleistenden.

Da die Unterbringungssituation für 3 Fahrzeuge (LF16, VW Doka, LF8) auf normal 2 Stellplätzen sehr beengt war, entschloss man sich im Jahr 2010 das Gerätehaus um 2 Stellplätze nach Süden zu erweitern und mit einem kurzen Vordach nach Osten zu verlängern. Hier engagierten sich die Mitglieder der Feuerwehr mit einem hohen Anteil an Eigenleistung, um die Baukosten für die Gemeinde möglichst gering zu halten. Die Segnung des neuen Anbaus durch Pfarrer Philipp Maier fand dann im September 2011 im Rahmen eines kleinen Festes mit den Ortsvereinen, den Feuerwehren der Gemeinde und den Partnerfeuerwehren Türkenfeld und Mammendorf statt. Zur Unterhaltung spielte die Blaskapelle Moorenweis, außerdem waren Attraktionen für Kinder aufgebaut und es fand eine Schauübung statt. Die Bewirtung und Verpflegung der Gäste übernahm die Feuerwehr selbst.

Auf der JHV 2012 wurde der ehemalige Vorstand Johann Drexl für seine Tätigkeit als 1. Vorstand von 1990 bis 2010 zum „Ehrenvorstand der Feuerwehr Moorenweis“ ernannt.

Nach 37 Dienstjahren bei der Feuerwehr Moorenweis wurde Anfang 2013 das LF8 der Firma Ziegler durch ein neues LF10/6 wiederum von der Firma Ziegler ersetzt. Das alte LF8 übernahm die Feuerwehr Grunertshofen, die damit einen TSA-Anhänger ersetzte. Die Segnung fand dann im Mai im gleichen Rahmen, wie die Segnung des Fahrzeughalle im Jahr 2011, mit den Ortsvereinen und Gemeindefeuerwehren statt.  

In der Jahreshauptversammlung 2014 wurde der ehemalige Kommandant Konrad Heigl zum „Ehrenkommandant der Feuerwehr Moorenweis“ ernannt. In seiner 23-jährigen Tätigkeit als 1. Kommandant habe er herausragenden Einsatz geleistet und seine bis heute wunderbare Zusammenarbeit für das Wohl der Feuerwehr führte sein Nachfolger Kommandant Gasteiger als Gründe an.

Die Zahl der Aktiven Feuerwehrdienstleistenden pendelte sich in den letzten Jahren um die 50 bis 60 Aktive ein. Allerdings muss auch die Feuerwehr um Nachwuchs kämpfen, so wurde vor ein paar Jahren Entschieden, dass auch wieder Frauen sich Aktiv in der Feuerwehr engagieren können. Wie überall steigen auch in der Feuerwehr die Anforderungen. So haben sich die Einsätze in den letzten 20 Jahren mindestens verdoppelt, immer komplizierter werdende Technik und ein immer weiter steigender bürokratischer Aufwand machen eine hohe Einsatzbereitschaft erforderlich. Dass die Moorenweiser Feuerwehr dieser Aufgabe gewachsen ist, lässt sich an den vielen Übungen mit hoher Übungsbeteiligung, dem hohen Ausbildungsstand des Führungspersonals und einer sehr guten Kameradschaft untereinander erkennen.  

Zusammenfassung:

Rückblickend auf die langjährige Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Moorenweis kann man nur all denen danken, die sich in dieser Zeit freiwillig und unentgeltlich in den Dienst der Allgemeinheit stellten. Sie waren immer zur Stelle, als man sie zum Einsatz rief. Oft setzten die Kameraden ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel, um Menschen, die in Not geraten waren, zu helfen.

Die Feuerwehr erlebte seit ihrer Gründung gute und schlechte Zeiten.

Möge in Zukunft es den Verantwortlichen der Feuerwehr Moorenweis und allen Feuerwehrkameraden gelingen, die an Sie gestellten Aufgaben und Erwartungen - im Geiste ihres traditionellen Wahlspruches - zur allgemeinen Zufriedenheit der Bevölkerung zu bewältigen.

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr